Was ist ein Messie? Definition und Merkmale des Messie-Syndroms

Das Messie-Syndrom ist eine komplexe psychische Störung, die durch das zwanghafte Sammeln und die Unfähigkeit, sich von Gegenständen zu trennen, charakterisiert wird.

Definition: Was bedeutet "Messie"?

Der Begriff "Messie" leitet sich vom englischen Wort "mess" (Unordnung, Durcheinander) ab. Ein Messie ist eine Person, die unter dem sogenannten Messie-Syndrom oder Pathologischen Horten leidet.

Wissenschaftliche Definition

Das Messie-Syndrom wird in der Psychologie als "Hoarding Disorder" (Sammelstörung) bezeichnet und ist seit 2013 im DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) als eigenständige psychische Störung anerkannt.

Typische Merkmale und Verhaltensweisen

Messies zeigen charakteristische Verhaltensweisen und Denkmuster, die ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen:

Zwanghaftes Sammeln

Ansammlung von Gegenständen ohne erkennbaren Nutzen oder Wert. Oft werden auch defekte oder unbrauchbare Items aufbewahrt.

Schwierigkeit beim Wegwerfen

Extreme emotionale Belastung beim Gedanken, sich von Gegenständen zu trennen, selbst wenn diese objektiv wertlos sind.

Beeinträchtigte Wohnfunktion

Wohnräume sind so überfüllt, dass ihre ursprüngliche Funktion nicht mehr erfüllt werden kann.

Kognitive Verzerrungen

Überschätzung des Wertes von Gegenständen und irrationale Ängste vor dem Verlust vermeintlich wichtiger Items.

Unterscheidung: Messie vs. normale Unordnung

Wichtig ist die Abgrenzung zwischen gelegentlicher Unordnung und dem krankhaften Messie-Verhalten:

Normale Unordnung

  • Temporäre Ansammlung von Gegenständen
  • Fähigkeit, bei Bedarf aufzuräumen
  • Wohnräume bleiben funktional
  • Kein emotionaler Stress beim Wegwerfen
  • Soziale Kontakte bleiben erhalten

Messie-Verhalten

  • Permanente, zunehmende Ansammlung
  • Unvermögen, Ordnung zu schaffen
  • Wohnräume werden unbenutzbar
  • Extreme Angst vor dem Entsorgen
  • Sozialer Rückzug und Isolation

Häufigkeit und Betroffene

Das Messie-Syndrom ist häufiger als oft angenommen:

2-6%
der Bevölkerung sind betroffen
55%
sind Frauen
50+
Jahre: häufigster Beginn

In Berlin sind schätzungsweise 100.000 - 300.000 Menschen vom Messie-Syndrom betroffen oder leben in einem Haushalt mit einem Messie.

Auswirkungen auf das Leben

Das Messie-Syndrom hat weitreichende Folgen für alle Lebensbereiche:

Gesundheitliche Auswirkungen

  • Erhöhte Unfallgefahr durch Stolperfallen
  • Hygienische Probleme und Krankheitsrisiken
  • Stress und psychische Belastung
  • Schlafstörungen durch überfüllte Räume

Soziale Auswirkungen

  • Isolation und Einsamkeit
  • Scham und Vermeidung sozialer Kontakte
  • Probleme in Beziehungen und Familie
  • Verlust des sozialen Umfelds

Finanzielle Auswirkungen

  • Hohe Kosten durch übermäßiges Kaufverhalten
  • Mietprobleme oder Wohnungsverlust
  • Teure Entrümpelung und Sanierung
  • Versicherungsprobleme

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